Zeichen der Woche vom 19.04.-25.04.2018

 

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Prof. Dr. Kai Niebert (*1979)
Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR) und
Professor für Didaktik der Naturwissenschaften und Nachhaltigkeit an der Universität Zürich
© Frank Bruederli

 

„Deutschland bietet heute Menschen aus allen Ländern der Welt ein sicheres zu Hause. Die Vielfalt an Sprachen, religiöser Zugehörigkeit und kultureller Prägungen bereichern uns als Gesellschaft. Daher drückt dieses Bild für mich kulturelle Vielfalt in gesellschaftlicher Einheit aus. Das große Engagement meist ehrenamtlich arbeitender Bürgerinnen und Bürger, Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen bei der Aufnahme und Integration von Geflüchteten haben gezeigt, wie weltoffen und tolerant Deutschland ist.

Wir haben es in der Hand: Das zweite Bild erinnert daran, dass die Veränderungen des Erdsystems durch den Menschen ein Ausmaß erreicht haben, bei dem plötzliche Veränderungen der Umwelt immer häufiger auftreten. Wetterextreme, Verknappung von Wasser und Öl und der Rückgang der Artenvielfalt sind deutliche Zeichen.  Dies bedeutet eine Gefahr für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen.  Um weiterhin sicher leben zu können, muss der Mensch innerhalb kritischer und fester Grenzen der Umwelt wirtschaften und ihre natürliche Vielfalt schützen. Eine intakte Umwelt ist die Voraussetzung für ein friedliches  Zusammenleben in Vielfalt.“

Zeichen der Woche vom 12.04-18.04.2018

 

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Aiman A. Mazyek (*1969)
Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland

 

„Wie sehen unsere Kinder die Welt? Was sagen sie zum Zusammenhalt? Kinder sind der Spiegel unserer Vergangenheit, in dem wir blicken, um uns zu Erkennen. Der Ruf nach Zusammenhalt von Kindern ist rein von jeglicher Vereinnahmung, er ist puristisch und letztlich so ehrlich, nicht wie jene Bekundung der mächtigen Staatsführern.
Aus diesem Grund haben mich diese drei Zeichen für "Zusammenhalt in Vielfalt" besonders angesprochen, von Schülern der Hermann-Hedenus-Grundschule und der Grundschule Dechsendorf:

Mein Favorit ist das Zeichen links. Es symbolisiert eindrucksvoll, was es für den „Zusammenhalt in Vielfalt“ bedarf: Frieden, Freude, Hoffnung und Liebe. All diese Zutaten sind der Kit zwischen den verschiedenen Menschen, die in einer Gesellschaft aufeinander treffen.

Ebenso dieses Zeichen bringt auf dem Punkt: wir sind Zusammen in Freundschaft, wenn wir es wollen. Sicher gibt es Streitigkeiten und Auseinandersetzungen. Aber diese dürfen die Freundschaft nicht auseinanderdividieren. „Guter Gott, schenke – das wir uns lieben wollen“. Es liegt an uns, das umzusetzen – das wir in Freundschaft zusammenleben.

Frieden! Das Zeichen ist Ausdruck von Solidarität und Mitgefühl und wundervoll und liebevoll umgesetzt mit den vielen Blumen.
Auch die weiteren Einreichungen der Schüler drücken den Kern für das Gelingen von Zusammenhalt aus: Miteinander! Miteinander reden, denken, fühlen, essen, spielen, streiten und versöhnen. Wir leben letztlich doch alle auf einem großen Pausenhof!“

Zeichen der Woche vom 05.04.-11.04.2018

 

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Prof. Dr. Markus Hilgert (*1969)
Direktor Vorderasiatisches Museum im Pergamonmuseum
© Staatliche Museen zu Berlin - Vorderasiatisches Museum, Foto: Olaf M. Teßmer

 

„Zusammenhalt in Vielfalt – es ist mir nicht leicht gefallen, aus den vielen gelungenen Gestaltungen dieses Mottos drei auszuwählen, die für mich eine besondere Bedeutung haben. Ich bin sogar versucht zu sagen, dass es die Vielfalt aller dieser Beiträge ist, die den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zum Ausdruck bringt: Wo die Begriffe „Zusammenhalt“ und „Viefalt“ auf so viel positive Resonanz stoßen und so bunte, lebendige Assoziationen hervorrufen, dort möchte ich leben!

Drei Zeichen haben mich besonders beeindruckt, weil sie unterschiedliche Aspekte des Wechselspiels von Zusammenhalt und Vielfalt abbilden und dies auf sehr prägnante Weise tun.

Das „Und“-Zeichen von Dorothee Herrmann (06.04.2018) erinnert uns daran, dass es nur die Addition, nicht die Reduktion, von Vielfalt ist, aus der Zusammenhalt entsteht. Ausgrenzung führt immer zu Spaltung und Unfrieden. Zugleich wird deutlich, welche Herausforderung sich hinter der Aufgabe verbirgt, die ‚Farben‘ der Vielfalt an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit zu integrieren. Schließlich deutet das Zeichen „Und“, das in der Antike aus dem lateinischen Wort „et“ für „und“ entstanden ist, darauf hin, dass Zusammenhalt in Vielfalt eine gesellschaftliche Leistung ist, der wir Zeit, Geduld und Vertrauen in unsere Integrationsfähigkeit schenken müssen.  

Dass es der Zusammenhalt in Vielfalt ist, der einer Gesellschaft Leben, Kraft und Widerstandsfähigkeit ermöglicht, veranschaulicht der „Lebensbaum“ von lagosso (07.04.2018). Aus gemeinsamen Wurzeln, aus einem geteilten Fundament entstehen mannigfaltige Verzweigungen und Blätter, die diese Wurzeln nähren. Die Vielfalt der Baumkrone ist zugleich Ergebnis und Möglichkeitsbedingungen einer gemeinsamen Verankerung. Für mich besteht diese gemeinsame Verankerung in den freiheitlich-demokratischen Grundwerten unserer Gesellschaft, die die Voraussetzung dafür sind, dass Vielfalt in Respekt vor dem/der Anderen gelebt werden kann.

Besonders bewegt hat mich „touch“ (08.04.2018), denn, so drückt es die Künstlerin/der Künstler aus, „mit einer leichten Berührung beginnt die Akzeptanz des Gegenüber“. Allzu oft vergessen wir, dass am Anfang der Vielfalt und des Zusammenhalts immer die Begegnung zwischen zwei Menschen steht. Wenn es diesen beiden Menschen gelingt, sich zu berühren, entsteht ein Band, dass nur schwer zu durchtrennen ist. Berührung ist immer auch eine Grenzüberschreitung. Sie erfordert Mut, Behutsamkeit und Verständnis für das Gegenüber. Zusammenhalt in Vielfalt gelingt also nur, wenn wir auch an uns selbst stetig arbeiten.

Ohne zu zögern würde ich mir jedes dieser drei Zeichen auf ein T-Shirt drucken lassen!“

Zeichen der Woche vom 29.03.-04.04.2018

 

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Klaus Hebborn (*1956)
Beigeordneter und Kulturdezernent des Deutschen Städtetages

 

„Den drei Zeichen, die ich ausgewählt habe, ist gemein, dass sie für Begegnung, für gemeinsames Tun, für menschliche Verbindung und Humanität stehen – für das, was für gelingende Integration unabdingbar ist.

Mein erstes Zeichen sind die „Gestalten“ von A.M. (31.03.2018). Die (vermutlich in einem Zug gezeichneten) Figuren sind auf den ersten Blick sehr verschieden, bringen aber durch ihre Gleichartigkeit ein Miteinander und Interaktion zum Ausdruck. Sie sind dynamisch und muten an wie eine Filmsequenz, die angehalten wurde und gleich weiter läuft.

Auch das „Zahnrad“ von maqsoodi (30.03.2018) steht für Bewegung, für Weiterentwicklung und Fortschritt, gesellschaftlich, technisch, wirtschaftlich … Allein kann es nichts bewegen, es braucht vielmehr Antrieb durch Zusammenarbeit, Zusammenhalt und gemeinsame Anstrengung.

Mein drittes Zeichen schließlich ist der „Händedruck“ von cohé (29.03.2018).  Die Hände sind die Körperteile mit den meisten Nervenenden und der höchsten Sensibilität. Die inzwischen generationen- und kulturübergreifend verbreitete Form der Begrüßung oder Bekräftigung steht für Verbindung, Freundschaft und Zusammenhalt schlechthin.“

Zeichen der Woche vom 22.03-28.03.2018

 

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Hortensia Völckers (*1957)
Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes
© Gerhard Kassner

 

„Das erste Zeichen, das ich auswähle, ist der bunte Strudel. Das ist die Gegenwart. Eine Zeit mit großer Dynamik und vielen Veränderungen. Es fällt mitunter schwer, die Übersicht zu behalten. Gewohntes, Altvertrautes und Liebgewonnenes fliegen aus der Bahn. Es kommt darauf an, die Balance zu halten und nicht zu kippen: nicht auf die Seite der Angst und nicht auf die Seite der festgefügten Meinung und dogmatischen Standpunkte. In der Kulturstiftung des Bundes spielt die Förderung der Kunst eine große Rolle. Kunst hilft nicht gegen das Gefühl der Perspektivlosigkeit, das manche Menschen belastet. Aber sie kann uns – wenn wir Glück haben – Augenblicke bescheren, in denen die Normen taumeln und die Perspektiven wechseln dürfen. Diese Erfahrung ist wichtig, damit wir weiter denken, anders denken, anders wahrnehmen als wir es bisher getan haben.
 
Wenn es gut geht, kommen wir aus dem Strudel heraus in eine Formation der Vielfalt an. Das ist mein zweites Zeichen: Die Fische. Sie stehen für Vielfalt als Fülle: „schön.bunt.stark“. Unsere Kräften wirken zusammen in einem klugen Schwarm. Auch hier ist wichtig, dass es ein Entkommen gibt: Ein Fisch bricht aus, schwimmt den eigenen Weg. Entdeckt neue Wege. Wenn er zurückkehrt zum Schwarm, hat er seine eigenen – seine anderen – Erfahrungen gemacht und kann berichten. Es wäre ein schönes Zeichen, wenn ihm der Schwarm dann zuhören wollte. Das wünsche ich mir.“

Zeichen der Woche „Oster-Special“

 

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Jutta Cordt (*1963)
Präsidentin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge

 

„Diese drei Zeichen für "Zusammenhalt in Vielfalt" haben mich besonders angesprochen:

Der Zauberwürfel – als Zeichen für Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt und Ausdruck der Kooperationsbereitschaft aller Ebenen und gesellschaftlichen Bereiche.

Drei Kreise, die ineinandergreifen, mit einer gemeinsamen Schnittmenge – als Zeichen eines gemeinsamen Werteverständnis, der Werte des demokratischen Staatswesens der Bundesrepublik Deutschland, der Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und der Gleichberechtigung, Toleranz und Religionsfreiheit.

Die Graphik von JL – als Zeichen für Individualität und Gemeinsamkeiten und der Feststellung, dass dies ein Ganzes ergibt.“

Zeichen der Woche vom 15.03.-21.03.2018

 

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Prof. Dr. Michael Wolffsohn (*1947)
Historiker und Publizist
© Michael Wolffsohn

 

„Fast alle Zeichen versuchen eher eindimensional die Wortsprache bzw. das Motto, das zugleich Appell ist, in Zeichensprache zu übertragen. Das ist einerseits völlig verständlich, aber andererseits wäre gerade durch Zeichen Mehrdimensionalität ebenso wünschenswert wie machbar.

Allein MKDD vom 20. 3. 2018 bietet Mehrschichtigkeit bzw. Mehrdimensionalität. Es verbindet durch die quasi Ionische Säule und die sozusagen chemisch-technologische Farbigkeit Antike (besonders die Athenische Demokratie) und die Moderne in ihrer oft grellen Farbigkeit, also (als Zeichen) für die Vielfalt / Buntheit unserer modernen, vielschichtigen Gesellschaft. Ich interpretiere das so: Alles ändert sich im Laufe der Geschichte, aber es gibt die dauerhaften Werte der Menschlichkeit.
 
Auch „Zusammenhalt in Vielfalt“ von JL (20.3. 2018) bietet eins zu eins das Motto als Zeichen. Mehrschichtig(er) wird diese Eindimensionalität dadurch, dass es hier (also in der Gesellschaft) sowohl Schnittmengen als auch Eigenbestandteile gibt. Das versöhnt mit der Eindimensionalität der so wichtigen und sympathischen, aber eben einfachen Grundaussage.
 
„Optimus“ vom 20. 3. 2018 (Erdkugel in der rechten Hand einer, wie schön, Frau(!) ist gedanklich nicht originell, regt aber trotzdem zum Nachdenken an. Der Grundgedanke ist der ersten Strophe von Goethes „Talismane“ im „Westöstlichen Divan“, sagen wir, „entlehnt“. Also:
Gottes ist der Orient!
Gottes ist der Okzident!
Nord- und südliches Gelände
Ruht im Frieden seiner Hände.

Optimus verwandelt Gottes Hand in eine Menschen- genauer: rechte Frauenhand. Weder weibliche noch männliche Linkshänder werden sich dadurch wohl diskriminiert fühlen. Das kann so verstanden werden: Nicht in Gottes Hand ist der Planet Erde, sondern in Menschenhand. Das mag Strenggläubige und Pessimisten erregen, die meinen, „der Mensch“ zerstöre die Welt. Aufregend ist dieses Zeichen trotzdem nicht, denn wir sehen hier eine schöne und eben sanfte Frauen(!)hand. Das beruhigt und ermutigt bezüglich Gegenwart und Zukunft.“

Zeichen der Woche vom 08.03.-14.03.2018

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Prof. Dr. Hermann Parzinger (*1959)
Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
© SPK / Herlinde Koelbl

 

„Alle drei Zeichen haben schon beim ersten Blick eine starke Wirkung auf mich gehabt, weil sie etwas ungemein Verbindendes zum Ausdruck bringen.

Links vier ineinander geschachtelte Häuser: Kann man den Wunsch nach einem Zuhause in Frieden besser ausdrücken? Die heute in Deutschland lebenden Menschen sind unterschiedlichen kulturellen Traditionen, Religionen, weltanschaulichen Vorstellungen verbunden, was das Erscheinungsbild ihres Zuhauses prägt. Das Zeichen verdeutlicht dabei aber sehr eindrücklich, dass dies nichts Gegensätzliches, nichts sich gegenseitig Ausschließendes bedeutet, sondern dass eine moderne und vielfältige Gesellschaft darauf aufbauen kann und muss, um Neues entstehen zu lassen.

Das mittlere Zeichen symbolisiert die Kraft, die von erfolgreicher Integration ausgehen kann, sogar noch ausdrucksstärker und unterstreicht insbesondere die Notwendigkeit des Zusammenhalts.

Das Zeichen rechts verdeutlicht, dass aus der erfolgreichen Verbindung unterschiedlicher kultureller Traditionen etwas Neues entstehen kann, sich bislang verschlossene Wege eröffnen können.

Wenn ich als Archäologe, Historiker und Kulturwissenschaftler die Geschichte des Menschen in vielen Erdteilen in einer Langzeitperspektive betrachte, so war die Verbindung von unterschiedlichen Traditionen immer ein wichtiges belebendes Element für Weiterentwicklungen, die unsere Gesellschaften stets erheblich vorangebracht und entscheidende Richtungsänderungen bewirkt haben. Die Geschichte Europas und des Mittelmeerraums, aber auch anderer Weltregionen, ist ohne Migration und Integration gar nicht verstehbar.“

Zeichen der Woche vom 01.03.-07.03.2018

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Nina George (*1973)
Die mehrfach ausgezeichnete Schriftstellerin Nina George, geboren 1973, schreibt seit 1992 Romane, Essays, Reportagen, Kurzgeschichten und Kolumnen.

Zu Julia 2006 (Puzzle):
„Erst die Unterschiedlichkeit ergibt das Bild der Realität. „Wir“ zu definieren, heißt eben nicht, zu trennen in „Wir“ und „Die“. Zu dem „Wir“ der Gegenwart gehören „wir alle“ – im besten, wie im schlechtesten Sinne. Wir müssen damit umgehen, dass ein Teil unseres Wirs auch aus Menschen besteht, die in antipluralistischen, fremdenfeinlichen Denkmustern leben, und auch ihnen immer wieder klar machen: Die Mehrheit unseres Wirs akzeptiert nur Diversität, und keinerlei Ausschluss.“
 
Zu velabeille:
„Die Klarheit dieses Zeichens berührte mich sehr. Das Symbol von Zusammen-Halt impliziert für mich die Stabilität, die Handreichung, das Ineinder-Fassen unterschiedlicher Individuen. Es steht für Parität der Geschlechter genau wie für Parität der Kulturen, Religionen und Eigenheiten. Für mich ein deutliches Symbol für Diversität, das schlüssigste Konzept, das wir in dieser Gegenwart brauchen.“
 
Zu isakompass:
„Die Welt gemeinsam behüten, über Generationen, Kulturen, Sprachen und Grenzen hinweg; mit dem Subtext der Einsicht, dass Gedanken bunt sind, dass die Vielfalt des menschlichen Lebens unseren gemeinsamen Respekt, unsere Achtung, und auch unsere Achtsamkeit erfordert. Passen wir auf diese vielfältige Welt auf, gemeinsam. Alles, was Menschen von Menschen trennen will – politische Strömungen, gesellschaftliche Hetzjagden – gefährdet unseren gemeinsamen Lebensraum. Ein starkes Symbol.“

Zeichen der Wochen vom, 22.02.-28.02.2018

 

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Dr. Ulrich Schneider (*1958)
Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes

 

Mich haben diese drei Zeichen besonders angesprochen: Die Blumenherzen oder die Herzensblume - wie man es sehen möchte - finde ich einfach schön. Sie ist warm und harmonisch, ganz so, wie Dinge sein können, wenn sie sich zusammenfügen, ohne dabei ihre Eigenart und Einzigartigkeit aufzugeben.

So etwas Schönes entsteht jedoch nicht von selbst. In der Tat müssen wir uns dazu bewegen, wir müssen gelegentlich lernen, Standpunkte und Richtungen zu verändern, müssen das Ganze in den Blick nehmen, um etwas Gutes, Gemeinsames entstehen zu lassen - ganz so, wie es das zweite Zeichen symbolisiert.

„Wer sich einsetzt, setzt sich aus“, sagt der Volksmund. Das trifft leider auch in diesem Falle zu. Wer sich bewegt und eintritt für eine inklusive Gesellschaft, sieht sich heutzutage leider wieder rechtsradikalen Anfeindungen ausgesetzt. Es sind Ideologien der Ungleichwertigkeit, gegen die wir unseren Standpunkt der Gleichwertigkeit des Ungleichen und unser Menschenbild der Gleichwürdigkeit engagiert und couragiert zu verteidigen haben. Zum Glück sind wir viele. Und das sollten wir zeigen, ganz so wie die Allianz gegen Rechts in Nürnberg.

Zeichen der Wochen vom, 08.02.-14.02.2018

 

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Joachim Reiss (*1952)
Sprecher des Rats für darstellende Kunst und Tanz

 

„Menschen sind Menschen, wir haben Menschenrechte, wo auch immer wir leben und herkommen, und gegenseitige solidarische Hilfe sollte selbstverständlich sein. Eine wichtige Basis dafür ist soziale Gerechtigkeit und Sozialstaatlichkeit, d.h. die gerechte Teilung von Reichtum.

Die "Thesen zur kulturellen Integration" und die Aktion "Gib mir ein Zeichen" sind für mich wichtige Äußerungen zu einer gesellschaftlichen Debatte, die auf verschiedenen Ebenen und in ganz getrennten "Blasen" geführt wird. Hoffentlich gelingt es diesem breiten Bündnis und solchen Aktionen, die Diskussionen und Akteure in Verbindung zu bringen, zum "Zusammenhalt" in unserer Gesellschaft beizutragen und Lösungen zu finden, die auch unseren Beitrag zu den aktuellen Krisen in der Welt berücksichtigen. Dafür tragen alle Verantwortung, auch "mein" Bereich, die künstlerischen Schulfächer. Ein hervorragendes Beispiel war die Aufführung der Frankfurter Diesterweg-Schule bei den Frankfurter Schultheatertagen 2017 "Karlinchen - Geschichte einer Flucht", die ein klares schul- und stadtöffentliches Statement zur "Willkommenskultur" war.

Die Zeichen von Angela "Frieden und Multikulti" und cgkx geben dem Text von Viola Lübeck Gesichter. 
Deshalb ist mein drittes Zeichen das von Viola Lübeck.“

Zeichen der Woche vom 01.02.-07.02.2018

 

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Johann Hinrich Claussen (*1964)
Theologe und Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland
 

„Es ist so wichtig, Zeichen für kulturelle Vielfalt und ein gutes Miteinander zu setzen. Es ist aber auch eine Freude, anderen dabei zuzusehen.“
 

Bild links:
„Manche Zeichen unterbrechen unsere starren Ordnungen und schaffen ein kreatives Chaos.“

Bild mitte:
„Andere Zeichen haben fast eine körperliche Kraft.“

Bild rechts:
„Wieder andere eröffnen einen Raum, den wir mit unseren eigenen Gedanken füllen können.“

Zeichen der Woche vom 25.01.-31.01.2018

 

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Sebastian Krumbiegel (*1966)
Sänger und Musiker (Die Prinzen)

Bild links:
„Es gibt unterschiedliche Lebensentwürfe, unterschiedliche kulturelle, kulinarische oder sexuelle Vorlieben - was uns verbindet: wir sind alle Menschen und wir haben nur diese eine Welt.“

Bild mitte:
„Wir sind alle Menschen mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, unterschiedlicher Augen- oder Hautfarbe, unterschiedlicher Herkunft - und: Wir sitzen alle in einem Boot.“

Bild rechts: 
„Liebe & Frieden, Peace & Love - wunderbar vereint in einer bestechenden Einfachheit.“

Zeichen der Woche vom 18.01.-24.01.2018

 

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Tanja Dückers (*1968)
Schriftstellerin und Journalistin
© Anton Landgraf

 

„Ich habe diese drei Zeichen ausgewählt, weil sie in kurzer, prägnanter farbenfroher Weise eine Einheit, die aus der Verschiedenartigkeit seiner Teilbereiche besteht, zum Ausdruck bringen.

Die Initiative ist mir überaus wichtig. Denn mit den 15 Thesen haben die unterschiedlichsten Akteure einen Konsens hinsichtlich dessen gefunden, was einen übergeordneten gesellschaftlichen Zusammenhalt hierzulande ausmacht. Von dieser Übereinkunft erhoffe ich mir in einer Zeit des Auseinanderdriftens von gesellschaftlichen Milieus, Interessengruppen und Einzelpersonen ein stärkeres Verantwortungsgefühl für das Wohl aller hier.“